Der richtige Umgang mit Wespen und Hornissen !
Das kennt wohl jeder:
Man sitzt im Spätsommer auf der Terrasse beim gemütlichen Frühstück und
plötzlich kündigt sich mit einem Summen eine Wespe an, und ehe man sich
versieht ist man gezwungen den Platz zu räumen. Oftmals haben sich hier in der
Nähe Wespen eingenistet. Die betroffenen Haus- und Gartenbesitzer verlangen so
insbesondere im Spätsommer, wenn die Wespen lästig werden, die Entfernung des
Nestes und rufen die Feuerwehr herbei.
Dies ist jedoch meistens
unnötig, so dass auch die Feuerwehr wieder unverrichteter Dinge abrückt.
Hier wollen wir ihnen ein paar nützliche Tipps zum Umgang mit Wespen geben.
Die Wespen sind äußerst
nützlich, da sie bei der Blütenbestäubung mithelfen. Die Arbeiterinnen ernähren
die Larven mit Insekten, so dass sie Mücken, Fliegen und sogar die Zahl der
Spinnen reduzieren. Die Arbeiterinnen selbst ernähren sich in dieser Zeit von
den Ausscheidungen der Larven. Erst wenn die Königin im Spätsommer keine Eier
mehr legt, müssen sich die Wespen ihre Nahrung selbst besorgen. Zu dieser Zeit
beginnen sie "lästig" zu werden und schrecken auch vor dem Menschen
nicht zurück um an Zucker zu kommen.
Hierbei gibt es aber nur
2 Wespenarten die besonders Auffallen. Die die am häufigsten vorkommt ist die
Gemeine Wespe. Diese Wespenart nistet im Gegensatz zu andere Arten nicht im
Freien (z.B. an Bäumen), sondern sucht sich trockene, geschützte Höhlen. Dies
können Erdlöcher oder aber Dachböden und Rollladenkästen sein. Die Königin
erschafft hierbei einen Staat von maximal bis zu 3000 Tieren, welche für die
entsprechenden Hausbesitzer zu einer enormen Plage und Gefahr werden können. Eine Gefahr geht in der
Zeit der Larvenfütterung nur bei einer Gefährdung des Nestes aus. Denn dann
greifen alle anwesenden Arbeiterinnen den "Angreifer" an. Sie sollten
also vor allem ihre Kinder auf die Gefahr aufmerksam machen, sich den Nestern
nicht zu nähern.
Kurzzeitige Plage:
Wenn die Wespen anfangen
lästig zu werden, ist dies nicht von Dauer. Die Arbeiterinnen leben dann nur
noch etwa 4 -6 Wochen, oder sterben bei einsetzendem Frost sogar noch früher.
Eine Gefahr von Wespen geht auch hier nur bei einer Bedrohung des Nestes und
bei hektischen Bewegungen aus.
Die Königin verlässt
daraufhin ihr Nest und sucht sich ein neues Winterquartier. So kann man im
Herbst beruhigt das Nest entfernen, sollte aber gründlich die Stelle reinigen,
da es sein kann, dass aufgrund des Duftes im nächsten Jahr eine neue Königin an
alter Stelle ihr Quartier bezieht
Entfernung des Nestes:
Jedoch kommt es gerade
im Spätsommer vermehrt zu Wespenstichen. Das Naturschutzgesetz
gibt an, dass Wespennester nur bei einer besonderen Gefährdung entfernt werden
dürfen. Dies kann zum Beispiel sein, bei Nestern in der Nähe von Kindergärten,
bei Allergikern oder eventuell bei Nestern in Rollladenkästen. Im Zweifelsfall
muss die untere Naturschutzbehörde über eine Entfernung entscheiden.
Erst wenn eine
gesetzliche Grundlage vorliegt, können Feuerwehren oder andere Nestbeseitiger
tätig werden.
Die beste Zeit aber um
Wespennester im oder am Haus zu verhindern ist das Frühjahr. Zu dieser Zeit
sucht sich die Königin ein Nest, legt die ersten Eier, baut die erste
Nestschicht und versorgt die ersten Larven alleine. Sie ist daher die meiste
Zeit außerhalb des Nestes. Wenn sie zu dieser Zeit eine besonders große Wespe
entdecken, die zum Beispiel öfters in ihren Rollladenkasten fliegt, dann
verschließen sie einfach den Zugang, wenn die Königin wieder unterwegs ist. Sie
wird sich dann auf die Suche nach einem neuen Nest begeben.
Hornissen
"7 Stichen können ein Pferd töten, 3 einen
Menschen" - Haben sie diesen Satz auch schon einmal in Zusammenhang mit
Hornissen gehört? - Ja? - Dann seien sie beruhigt, denn es stimmt nicht.
Aufgrund ihrer Größe haben Menschen wohl einen besonderen Respekt vor dieser
Wespenart. Ihr Stich ist aber nicht gefährlicher und schmerzhafter als der
Stich einer Biene.Tatsächlich geht von den
Hornissen weit weniger Gefahr aus als von der gemeinen Wespe. Hornissen sind
weniger Aggressiv und verteidigen auch ihr Nest nicht in diesem Maße, auch sind
sie nicht "lästig", wie andere Wespenarten.Vom Gesetz her haben
Hornissen eine besondere Bedeutung: Sie stehen auf der roten Liste - sind also
vom aussterben bedroht. Daher dürfen ihre Nester weder vernichtet werden, noch
darf man Hornissen verfolgen, nach ihnen schlagen oder die Tiere töten.Sollte man daher ein
Hornissennest im Garten haben (die Hornissen sind keine Höhlenbrüter, halten
sich also auch nicht Rollladenkästen, etc. auf) wird man nur äußerst selten die
Erlaubnis bekommen, etwas gegen sie zu unternehmen. Die geläufigste Maßnahme
ist hier dann die Umsiedlung mitsamt Nest durch Imker. Eine Vernichtung wird es
jedoch nicht geben.
Ihre Feuerwehr